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17. November 2008 1 17 /11 /November /2008 20:16


Ein Buch nicht nur für Fußballfans ...

 


Verlag: Books on Demand, ISBN: 978-3-8370-7120-7, Paperback, 116 Seiten, 8,95 €


 

Zum Buch

Das Buch ist eine Sammlung ausgewählter Fußballsprüche und -weisheiten. Die Zitatensammlung beinhaltet zum einen die Klassiker, zum anderen aber auch solche Sprüche und Weisheiten aus dem Fußballbereich, die selbst Insider, die schon jahrzehntelang „am Ball“ sind, vermutlich noch nicht kennen. Zu Wort kommen dabei nicht nur Fußballspieler, Fußballfunktionäre und Fußballmoderatoren, sondern auch andere Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens wie Philosophen, Politiker oder Showgrößen. Das Buch ist aufgrund seines hohen Unterhaltungswerts nicht nur für Fußballfans geeignet, sondern für alle, unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft.



Pressemitteilungen

Tipp der Woche - Eine neue Sicht der Fußball-Welt (05. März 2009):
http://www.live-pr.com/tipp-der-woche-eine-neue-sicht-r1048263171.htm

Leipziger Buchmesse - Run auf neues Fußballbuch (16./17. März 2009):
http://www.pr-inside.com/de/run-auf-neues-fussballbuch-r1117279.htm



Rezensionen

Amazon.de (H. Gebhardt):

Sicher, es handelt sich nicht um die erste Fußballzitatensammlung. Hiervon sind mir als ausgewiesenem Fußballkenner diverse einschlägige Werke durchaus bekannt. Bei diesen Werken sind einige „bedeutende“ Zitate jedoch nicht enthalten, während viele völlig überflüssige Zitate aufgelistet werden. Dehio schafft nun einen Paradigmenwechsel. Er hat bei der Auswahl der Zitate viel Geschick bewiesen und die „relevanten“ Zitate in der gebotenen Kürze erfasst. Letztlich hat er ein nicht nur für Fußballfans außerordentlich unterhaltsames Buch vorgelegt, das die Diskussionen über Fußball bereichern und wohl auch „in eine neue Dimension führen“ wird.


Auswärtssieg (Matthias Berghöfer):

Zum einen versetzt mich der anfangs etwas großspurig daher kommende Klappentext und das ebensolche Vorwort sehr wohl in eine Geisteshaltung, die eben nicht dem üblichen „da kommt was Witziges jetzt“ entspricht, sondern man erwartet etwas „eher Geistreiches“ und begreift die Zitate deshalb dann häufig implizit auch so, schaut automatisch ein bissel über den Fußball-Tellerrand hinaus. Zum anderen sind mir erstaunlich viele der hier wiedergegebenen Zitate wirklich neu, und das sind häufig wirklich pfiffige, wie man überhaupt sagen kann, dass kaum mal was von dem in anderen Büchern gerne verwendeten Füllmaterial („Schrott-Phrasen“) hier berücksichtigt wird, sondern schon deutlich mehr darauf geachtet wird, dass es nicht nur platter Witz ist, der da rüber kommt.

http://auswaertssieg.schalkewelt.info/2009/01/16/jdehio-eine-neue-sicht-der-fusball-welt


Neue Gelnhäuser Zeitung:

Auf 115 Seiten werden - nach den Vornamen der latent sprachbegabten Wortgebilde-Schöpfer geordnet - bekannte Brüller wie Andi Möllers Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!“, aber auch eine Vielzahl von Weisheiten präsentiert, die selbst den eingefleischtesten Fußballfans bislang nicht bekannt sein dürften. Hier reicht die Spannbreite von unterhaltsamer Situationskomik bis zu philosophischen Einlassungen, sodass das Buch keineswegs nur für Fußballfans geeignet ist. Besonders attraktiv macht die Lektüre die Tatsache, dass der Leser gar nicht zwingend vorne anfangen muss, sondern eine x-beliebige Seite aufschlagen kann und sofort zu einem garantierten Aha-Erlebnis kommt.


Mein VfL (offizielles Stadionmagazin des VfL Bochum):

Der Leser taucht daher völlig schmunzelnd in eine Welt voller Sprücheklopfer und fußballweiser Experten ein - und auch Phrasenschweinliebhaber kommen in Dehios fußballerischem Zitatenwerk voll auf ihre Kosten.

http://www.vfl-bochum.de/kickit/upload/magazin/0809/magazin_2009_02_28.pdf


11FREUNDE:

Jochen Dehio hat sich einiges vorgenommen, um mit einem Buch das philosophische Fundament des Lebens neu zu definieren.


Campino ("Die Toten Hosen"):

Das muss ein gutes Buch sein!



Über den Autor

Jochen Dehio, ein Urgroßneffe des Kunsthistorikers Georg Dehio, ist Wirtschaftsforscher, wohnhaft in Essen im Ruhrgebiet. Mit seinem ersten belletristischen Buch möchte er die Literatur zum Thema Fußball in eine neue Dimension führen. Die Legitimation als Autor eines Fußballbuchs erwarb er sich u.a. auf dem Fußballplatz. In seinem kürzlich gegründeten Blog (titanbomber.over-blog.de) ist neben Politik, Wirtschaft und Börse auch Fußball und das vorliegende Buch ein Thema.


Autorenportrait auf der Homepage des Verlages:

http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=182174




Hinweise für Buchhändler, Buchinteressierte und Medienvertreter

Das im Verlag Books on Demand (BoD) erschienene Buch ist voll remissionsfähig, d.h. an Libri angeschlossene Buchhändler können nicht verkaufte Exemplare wieder zurückgeben und sich im Rahmen der üblichen Remissionskonditionen gutschreiben lassen, wodurch das Absatzrisiko vermindert wird.

Das Buch kann über die rund 6.000 deutschsprachigen Buchhandlungen und 1.000 Online-Bookshops (beispielsweise Amazon.de; im März 2009 empfahl der weltweit größte Internet-Buchhändler das Buch - mit vollständigem Titel in der Betreff-Zeile - in seinem Mailverteiler) bezogen werden. Zudem wird ein Direktversand angeboten. Nach Überweisung von 8,95 € pro Buch (für den Käufer fallen keine Versandkosten an) bekommt der Interessent die gewünschte Zahl an Exemplaren an die von ihm genannte Lieferadresse geschickt, auf Wunsch auch versehen mit einer Widmung des Autors.
Hierzu einfach ein kurzes Mail schicken (Mailadresse: jochendehio@t-online.de).

Interessierte Medienvertreter können gewünschte Rezensionsexemplare beim Verlag (Mail: info@bod.de, Postanschrift: Books on Demand GmbH, Gutenbergring 53, 22848 Norderstedt, Internet: http://www.bod.de) oder beim Autor (Mail: jochendehio@t-online.de, Postanschrift: Dr. Jochen Dehio, Emilienstr. 50, 45128 Essen) bestellen und bekommen das Buch dann kostenlos zugeschickt.



Vermarktungswege


Buchhandel

Das Buch ist in den Katalogen des Buchgroßhändlers Libri, des Schweizer Buchzentrums und des Verzeichnisses Lieferbarer Bücher (VLB) gelistet und damit in Buchhandlungen und Internet-Bookshops erhältlich. Im Januar 2009 ist das Buch in den BoD-Novitäten, dem Neuerscheinungskatalog des Verlages, erstmals erwähnt worden. Die Novitäten werden mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren an den Buchhandel und zahlreiche weitere Interessierte versandt. Ausführlicher wird es im März 2009 im Rahmen einer Sonderausgabe zur Buchmesse und nochmals im April 2009 in den BoD-Novitäten vorgestellt.


Buchmesse

Vom 12.-15. März 2009 wurde das Buch auf der Leipziger Buchmesse, auf der 2.135 Verlage vertreten waren und die 147.000 Besucher anzog, am stark frequentierten Stand von BoD durch ausgelegte Exemplare und einen eigenen Flyer präsentiert (Halle 3, Stand D200). Anlässlich der Leipziger Buchmesse erschien zudem eine Sonderausgabe der BoD-Novitäten, die nicht nur über den üblichen Verteiler an 10.000 Buchhändler und sonstige Interessierte versandt wurde, sondern auch auf der Messe auslag und von Besuchern mitgenommen werden konnte.


Presse

In folgenden Zeitungen bzw. Zeitschriften sind bislang Artikel zum Buch erschienen: 

15. Januar 2009: Gelnhäuser Neue Zeitung (GNZ; Auflage: ca. 10.000)

null
28. Januar 2009: Mittelhessen-Boten (Auflage: ca. 510.000)

28. Februar 2009: Mein VfL (Stadionmagazin des VfL Bochum; Auflage: ca. 10.500)

28. März 2009: 11FREUNDE (Auflage: ca. 100.000)


Internet

Außer über diesen Blog, die erwähnten 1.000 Online-Bookshops, die rund 800 Suchmaschinen sowie über Kleinanzeigen und Presseportale wird das Buch im Internet auch über diverse Fußballforen promotet.

Trailer zum Buch auf YouTube:
http://de.youtube.com/watch?v=N40Q1WHVzTI



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1. November 2008 6 01 /11 /November /2008 13:06

 

Über den aktuellen Stand der Umfragen und weitere Informationan rund um die US-Präsidentschaftswahlen am kommenden Dienstag (4. November 2008) kann man sich auf diversen Internetseiten in Kenntnis setzen (Internetadressen zur US-Wahl!). Aber Umfragen sind eben keine Wahlergebnisse, die mitunter anders ausfallen, als dies die Demoskopen prognostizieren. Doch was ist bei dieser US-Wahl zu erwarten?

Zunächst einmal würde ich eine Überraschung dahingehend, dass McCain gewinnt, ausschließen. Die Frage konzentriert sich somit darauf, wie hoch der Sieg für Obama ausfallen wird. Hierzu sind zwei Szenarien vorstellbar:

Szenario 1: Obama gewinnt die Wahl mit einem klaren Vorsprung

Er kann etwas mehr als 50% der Stimmen und etwas mehr als 300 Delegierte auf sich vereinigen.

Szenario 2: Obama gewinnt mit einem Erdrutschsieg

Er kann etwa 55% der Stimmen und mehr als 350 Delegierte auf sich vereinigen.

Die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen, wobei das Pendel vermutlich stärker zu Szenario 2 ausschlagen wird. Was sind die Gründe dafür, dass Obama schon vor Auszählung der Stimmen als neuer US-Präsident festzustehen scheint? Im Folgenden fünf diesbezüglich relevante Aspekte:

1. Das Märchen vom Bradley-Effekt:

Der Bradley-Effekt besagt, dass viele Wähler in Umfragen vorgeben, einen schwarzen Kandidaten wählen zu wollen, dies dann bei der Wahl aber doch nicht tun. Insofern seien die Wahlumfragen für einen schwarzen Kandidaten systematisch überschätzt. Dieser Effekt mag in der Vergangenheit eine Rolle gespielt haben, aber auch die USA haben sich gesellschaftlich weiterentwickelt, was häufig übersehen wird. Es gibt bei bestimmten Wählern zwar nach wie vor Vorbehalte gegen Schwarze, allerdings sind das üblicherweise die Wähler, die von den Demokraten gar nicht erreicht werden können, sprich, diese würden auch einen weißen Kandidaten der Demokraten nicht wählen. Abgesehen davon hat Obama eine weiße Mutter und steht nicht im Verdacht, einseitig die Interessen von Schwarzen zu vertreten. Selbst wenn der Bradley-Effekt immer noch eine gewisse Rolle spielen sollte, wird er von anderen Faktoren überkompensiert.

2. Der Mobilisierungseffekt:

Obama hat in den USA eine beispiellose Mobilisierung bewirkt. Unzählige Wähler werden bei dieser Wahl ihre Stimme abgeben, die das nie zuvor getan haben oder auch nur erwogen hätten. Die Verdrossenheit der Bush-Ära ist in Begeisterung für Politik umgeschlagen. Politik ist urplötzlich wieder „in“. Dies fand seinen Ausdruck beispielsweise in einer nie dagewesenen Spendenbereitschaft für einen Präsidentschaftskandidaten. Obama unterstützten neben Großspendern vor allem auch mehrere Millionen Kleinspender. Die Wahlbeteiligung wird aller Voraussicht nach sehr hoch sein, insbesondere bei Schwarzen, Jüngeren, Intellektuellen oder der aufgeklärten Mittelschicht dürfte sie sehr ausgeprägt sein. Obama ist dabei von einem Messias und Popstar, wie er in den Vorwahlen zum Teil dargestellt wurde, zu einem ernst zu nehmender Politiker mit weltweiter Ausstrahlung herangereift, so jedenfalls die Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit.

3. Die außenpolitische Kompetenz:

Die außenpolitische Kompetenz galt zunächst als ein Schwachpunkt von Obama, da sein Kontrahent diesbezüglich als wesentlich erfahrener galt. Gleichwohl war die Haltung Obamas zum Irakkrieg schon bei den Vorwahlen ein Pluspunkt für ihn. Die aktuelle Entwicklung im Irak hat dies noch untermauert, da sich inzwischen auch die scheidende Bush-Administration mit Plänen zu einem Abzug der Truppen auseinandersetzen muss. Zudem hat die besonnene Haltung zum Kaukasus-Konflikt, die anfangs eher McCain zugute kam, die außenpolitische Glaubwürdigkeit von Obama letztendlich gestärkt. Endgültig verspielt hat McCain seinen vermeintlichen Vorteil bezüglich der außenpolitischen Kompetenz aber durch die Berufung von Sarah Palin zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin, die außenpolitisch als völlig unerfahren gilt, was sie durch mehrere öffentliche Statements untermauerte. In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit besteht das Problem darin, dass Palin insbesondere vor dem Hintergrund des relativ hohen Alters und des angeschlagenen Gesundheitszustands McCains als potenzielle Präsidentin angesehen wird, für viele Amerikaner nachvollziehbarerweise eine völlig undenkbare Vorstellung.

4. Die Wirtschaftskompetenz:

Obama hatte bezüglich der Wirtschaftskompetenz in Umfragen – trotz einiger Vorbehalte wegen seiner etwaigen Steuerpolitik, da in den USA die gefühlte Gefahr möglicher Steuererhöhungen etwa für die ambitionierten Programme Obamas im gesundheits- und Energiebereich nach wie vor ein großes Thema ist – schon immer deutlich bessere Werte zu verzeichnen als McCain. In der Sozialpolitik (vor allem die Reform der Gesundheitsversorgung betreffend) wird den Demokraten traditionell mehr Kompetenz zugebilligt. Aber auch hinsichtlich der Wiederbelebung der Wirtschaft traut der Wähler Obama deutlich mehr zu als McCain, der selbst von sich behauptet, wenig Ahnung von Ökonomie zu haben, wofür er sich offensichtlich auch nicht sonderlich zu interessieren scheint. Er ging in einem der Fernsehduelle sogar so weit, die Verantwortung hierfür seiner Vizekandidatin zuzusprechen, die allerdings auch diesbezüglich wenig profiliert ist. Die Finanzmarktkrise, die das Thema Wirtschaft in den Mittelpunkt des US-Wahlkampfs rückte, hat Obama fraglos begünstigt.

5. Das Erscheinungsbild der Kandidaten:

McCain ist in den USA als Kriegsveteran akzeptiert. Zudem genießt er als Person, die sich häufig nicht durch Parteidisziplin einengen ließ, große Sympathien. Dennoch hat Obama bezüglich des gesamten Erscheinungsbilds gegenüber seinem Kontrahenten große Vorteile. Er wirkt jung, cool und sympathisch, gleichzeitig aber kompetent und vertrauenserweckend. Sein Auftreten wirkt ebenso professionell wie inspirierend. Hinzu kommt seine große rhetorische Begabung.

Fazit

Alles in allem genommen haben die zuvor ausgeführten fünf Punkte dazu geführt, dass Obama viele Wähler der traditionell demokratischen Wählerschichten mobilisieren konnte, vor allem aber hat er mehrheitlich die unentschlossenen Wähler der politischen Mitte für sich einnehmen können. Die Unentschlossenen sind letztendlich entscheidend in den umkämpften US-Staaten, den sog. „Swing States“. Umfrageergebnisse in Staaten wie z.B. Ohio oder Michigan unterlegen, dass Obama in der Wählerschicht, die für ihn lange ein Problem darstellte, nämlich der weißen Arbeiterschaft, offenbar Vertrauen gewinnen konnte. Vor diesem Hintergrund werden die Amerikaner aller Voraussicht nach einen Schwarzen zu ihrem Präsidenten wählen, der die Politik in den USA und auch im internationalen Maßstab  inspirieren wird. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass sich Amerika verändert hat, und zwar im positiven Sinne – das ist die Botschaft an die Welt!

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17. Oktober 2008 5 17 /10 /Oktober /2008 08:29

Im Folgenden gebe ich Auszüge eines Beitrags wider, den ich im Jahr 2002 geschrieben habe. Der aufmerksame Leser wird erkennen, dass ich die jetzt eingetretene Situation und die dieser zugrundeliegenden Implikationen seinerzeit exakt vorausgesehen habe, denn die nachfolgend angesprochenen Aspekte sind vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzmarktkrise hochgradig virulent:

 

Die Technologiebörsen im Zeichen der new economy und vor dem Hintergrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung

Die Preise für Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen werden aufgrund von Angebot und Nachfrage vom Markt festgesetzt. Durch die Vielzahl der Marktteilnehmer und die täglichen Umsätze fließt die Gesamtheit der vorliegenden Informationen zeitnah in die Preisbildung ein, so dass der sich ergebende Börsenkurs der Marktsituation entsprechen dürfte, da Informationsasymmetrien weitgehend ausgeglichen werden. Jede Information, die die Finanzmärkte erreicht – sei es eine Äußerung eines Finanzministers, die Gewinnwarnung eines Unternehmens oder die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten –, wird in Sekundenbruchteilen rund um den Globus geschickt und kommt in entsprechenden Kursveränderungen der Aktien- und Rentenmärkte zum Ausdruck. Unmittelbar nach dem bekannt werden solcher Informationen erfolgen also entsprechende Reaktionen der Börsen in New York, London, Frankfurt oder Tokio. In absehbarer Zeit wird an allen wichtigen Börsen ganztägig gehandelt werden, so dass dann alle Informationen zeitgleich in den Kursen eskomptiert sein werden. Die Börse kann spätestens dann zu Recht als ein effizienter Markt angesehen werden.

Es existieren gleichwohl diverse Marktunvollkommenheiten, die die Frage aufkommen lassen, inwieweit die Börse tatsächlich zu einer effizienteren Faktorallokation beiträgt. Diese sind heute allerdings in geringerem Maße technischer Natur, wie dies etwa bei den Crashs von 1929 oder 1987 noch der Fall war, als die Handelssysteme aufgrund einer unerwartet hohen Orderflut teilweise nicht mehr voll funktionsfähig waren bzw. zeitweise ganz ausfielen und somit eine ohnehin bestehende Panikstimmung noch verschärften. Inzwischen erfolgt der Handel vorwiegend über sehr leistungsfähige Computersysteme. Der Parketthandel – z.B. der New Yorker Börse – wird nur deshalb aufrechterhalten, damit entsprechende Bilder über den Globus geschickt werden können, die mehr hergeben, als dies bei einem Computer der Fall wäre. Heutige Marktunvollkommenheiten bestehen vielmehr darin, dass die Kurse immer noch – und sogar verstärkt – vielfältigen Manipulationen unterliegen. Es werden beispielsweise gezielt Falschinformationen in den Markt lanciert, die entsprechende Kursreaktionen nach sich ziehen. Dies betrifft sowohl Unternehmen, die Bilanzen fälschen, als auch Marktteilnehmer, die Gerüchte streuen oder Empfehlungen zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien geben, um auf diesem Weg Kurse zu beeinflussen. Darüber hinaus besteht ein beträchtliches Insiderwissen, das – trotz gesetzlicher Regelungen, um dies zu begrenzen – von Primär- oder Sekundärinsidern genutzt wird. Die ausgewiesenen Kurse sind somit mehr oder weniger verzerrt.

Diese Manipulationen können die Börsenkurse zumindest kurzfristig stark beeinflussen, wobei Empfehlungen von Analysten, Börsenfachblättern und anderen Medien trendverstärkend wirken können, wodurch die Herausbildung spekulativer Blasen verstärkt bzw. zeitlich gestreckt werden kann. Letztendlich werden die kurz- bis mittelfristigen Bewegungen der Aktienkurse zudem von vielfältigen – zum Teil nur psychologisch begründbaren – Phänomenen bestimmt, die infolge des Verhaltens der Masse der Anleger mitunter zu starken Übertreibungen der Kurse sowohl nach oben (Euphorie) als auch nach unten (Panik) führen können. Zudem gibt es verschiedene Finanzmarktinstrumente (Derivatehandel, Leerverkäufe usw.), die Kursschwankungen verstärken und somit das Verhalten des gesamten Marktes beeinflussen. Langfristig werden die Börsenkurse indes vor allem von den Fundamentaldaten bestimmt, also der Höhe und der erwarteten künftigen Entwicklung der Unternehmensgewinne sowie – unter Berücksichtigung einer Risikoprämie für Aktienanlagen – der erwarteten Relation zur Rendite anderer Anlageformen (z.B. Anleihen, Immobilien). Kommt es zu einem starken Missverhältnis zwischen spekulativ überhitzten Kursen und der fundamental als angemessen anzusehenden Bewertung, spricht man von einer Spekulationsblase, die schließlich – aus meist nicht unmittelbar ersichtlichen Gründen – früher oder später platzt.

Die Börse soll einerseits Unternehmen zur Eigenkapitalfinanzierung von Investitionen dienen, die Intention besteht aber vor allem darin, mit Hilfe des Marktmechanismus den effizienten Aufbau des Kapitalstocks zu ermöglichen. Sie stellt eine Alternative zur Fremdkapitalfinanzierung von Investitionen durch konventionelle Finanzintermediäre (z.B. Banken) dar, die anhand von nicht auf Märkten bestimmten Kriterien Kredite gewähren. Durch Kursänderungen sorgt die Börse dafür, vermeintliche Fehllenkungen von Ressourcen zu korrigieren. Der reine Handel von Wertpapieren entzieht der Volkswirtschaft keine liquiden Mittel, wenn die Kurse sinken, wie sie ihr auch keine zuführt, wenn diese steigen. Die Börse ist insofern letztendlich ein Nullsummenspiel, da jeder getätigten Transaktion ein entsprechendes Gegengeschäft gegenübersteht: Eine Aktie kann nur dann zu einem Preis x verkauft werden, wenn sie ein anderer zu exakt diesem Preis kauft. Somit führt der Handel von Aktien lediglich zu einer Umverteilung. Liquide Mittel werden ausschließlich infolge von Kapitalerhöhungen langfristig gebunden, die allerdings auch zu einer Erhöhung des Grundkapitals führen.

Gleichwohl treten durch die Börsenentwicklung sog. Vermögenseffekte ein, die einerseits aus Sicht der Geldpolitik von Bedeutung sind, andererseits eine nicht unbeträchtliche realwirtschaftliche Relevanz haben. Diese Vermögenseffekte können folgendermaßen erklärt werden: Bei steigenden Börsenkursen erhöht sich das Nettovermögen eines Anteilseigners und damit dessen Kreditwürdigkeit, so dass er seine Konsumausgaben bei Konstanz der Fremdkapitalquote kreditfinanziert erhöhen kann. Die Anteilseigner bleiben zwar im Besitz der Aktien, gehen aber fiktiv von einer potenziellen Erhöhung des verfügbaren Einkommens aus, das im Falle einer – zunächst in Erwartung weiterer Kurssteigerungen aber noch nicht erfolgenden – Realisierung der Börsengewinne und deren festverzinsliche Anlage gegeben wäre. Bei sinkenden Kursen gelten die Zusammenhänge entsprechend mit umgekehrten Vorzeichen.

Aufgrund der 2000/2001 eingebrochenen Aktienmärkte fanden Vermögensumschichtungen statt, was in deutlich steigenden US-Immobilienpreisen zum Ausdruck kam, so dass ein Teil des negativen Aktienvermögenseffekts ausgeglichen werden konnte. Zudem ist zu bedenken, dass der Börsenaufschwung in der Endphase der Hausse möglicherweise noch gar nicht als positiver Vermögenseffekt zum Tragen gekommen war, da dieser erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung eintritt. Kritisch würde die Situation allerdings dann, wenn sich auch die Immobilienpreissteigerungen als Spekulationsblase herausstellen sollten. Ein Platzen der Immobilienblase könnte somit zu einem zusätzlichen negativen Vermögenseffekt führen, wenn diese nicht mit einer nachhaltigen Erholung der Aktienmärkte einhergehen würde.

Letztendlich dürfte sich dann zudem ein negativer psychologischer Effekt einstellen, der über den reinen Vermögenseffekt noch hinausgehen könnte. Bisher konnte das Verbrauchervertrauen in den USA und anderen Industrieländern noch auf einem einigermaßen hohen Niveau stabilisiert werden, was u.a. mit den stark gesenkten Leitzinsen zusammenhängt. Der Spielraum für weitere Zinssenkungen ist inzwischen allerdings nur noch gering. Dies führte zu einem „Refinanzierungsboom“ im Immobiliensektor, da viele Verbraucher die Hypotheken ihres Eigenheims umschuldeten und aufgrund der günstigeren Zinskonditionen oder gar zusätzlicher Hypotheken mehr konsumieren konnten. Die Verschuldung der privaten Haushalte in den USA stieg von Ende 1999 bis Mitte des Jahres 2002 um ein Drittel (von 6 auf 8 Bio. US-$) und lag damit sogar über dem verfügbaren Einkommen.

Soweit das Sozialproduktwachstum auf Vermögenseffekte zurückzuführen ist – zumal bei eher volatiler Werthaltigkeit der Vermögensgegenstände –, muss dies als kritisch betrachtet werden, da es sich hierbei faktisch um kreditfinanziertes Wachstum handelt. Bis zu einem gewissen Grad ist dies zwar hinnehmbar bzw. sogar erwünscht, bedenklich wird es hingegen dann, wenn vorübergehende Buchgewinne aus Wertpapiergeschäften als Sicherheiten für Effektenkredite eingesetzt werden. Geldmarktexperten und Notenbankmitglieder weisen immer wieder darauf hin, dass Zentralbankkredite ausschließlich für produktive Zwecke, nicht hingegen zur Finanzierung von Spekulationsblasen eingesetzt werden. Effektenkredite auf Wertpapiere, deren Kreditrahmen sich an den aktuellen Börsenkursen orientiert, führen zunächst einmal zu einer starken Beschleunigung der Aufwärtsentwicklung der Börse – vor allem in der Endphase einer Hausse –, anschließend aber auch zu einer beschleunigten Abwärtsentwicklung, da viele dieser Kredite dann nicht mehr gedeckt sind und Wertpapierdepots zwangsweise liquidiert werden müssen. Diese kreditfinanzierten Börsenbewegungen binden aber nicht nur einen Teil des Kreditvolumens, sondern können auch zu einer Fehllenkung von Ressourcen sowie negativen psychologischen Effekten für die Realwirtschaft beitragen.

Auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirken sich gleichwohl eine Reihe unterschiedlicher Faktoren aus: Strukturreformen (Deregulierung, Privatisierung), die Geld- und Fiskalpolitik (insbesondere Zins- und Ausgabenpolitik), Fusionen und Unternehmensgründungen, die Öffnung der Grenzen für Güter und Kapital, zyklische Komponenten (Konjunktur), Hardware-, Software- und Rohstoffpreise, der technische Fortschritt (einschließlich IKT) sowie Instrumente der Unternehmensfinanzierung. Der freie Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kapital sowie die über den Außenhandel und die Nutzung verschiedener Netzwerke zunehmend enger werdende Verzahnung der Wirtschaftsräume tragen dazu bei, dass sich unerwünschte wirtschaftliche Entwicklungen schneller ausbreiten. Zwar beugt der Mechanismus flexibler Wechselkurse und die vergleichsweise effiziente internationale Koordination der Notenbanken der raschen Übertragung krisenhafter Erscheinungen bis zu einem gewissen Grad vor, es erscheint aber fraglich, ob die erhoffte Stabilität und Krisenfestigkeit der Industrieländer tatsächlich in den vermuteten bzw. erwünschten Ausmaß gegeben ist. Die Asienkrise im Jahr 1997 sowie die Russlandkrise im Jahr 1998 – die im Zuge des damit einhergehenden Zusammenbruchs des Hedge-Fonds LTCM („Long Term Capital Management“) beinahe eine globale Finanzkrise ausgelöst hätte – machten bereits die Fragilität der weltwirtschaftlichen Lage deutlich. Es deutete sich zu diesem Zeitpunkt bereits an, dass sich Wirtschaft und Börse auch in den USA und Europa den krisenhaften Entwicklungen in anderen Teilen der Welt nicht dauerhaft würden entziehen können.

Im März des Jahres 2000 platzte dann wie erwähnt eine Spekulationsblase, die sich insbesondere an den Technologiebörsen aufgebaut hatte: Der NASDAQ-Index verlor annähernd 80% seines Indexhöchststands und es kam zu einem weltweiten Wirtschaftsabschwung. NASDAQ und New Yorker Börse (Big Board) verzeichneten Anfang März des Jahres 2000 eine Marktkapitalisierung von rund 17 Bio. US-$ (Stahl und Conrad 2000: 416). Der Verlust an Marktkapitalisierung, der innerhalb von zwei Jahren durch die Börsenbaisse hervorgerufen wurde, entsprach etwa neun Zehntel der Höhe des Bruttoinlandsprodukts der USA und erreichte damit die Dimension des Börsencrashs zu Beginn der Weltwirtschaftskrise Anfang der dreißiger Jahre.

Die Situation Ende der neunziger Jahren erscheint in mancher Hinsicht mit der in den zwanziger Jahren vergleichbar (vgl. Stahl und Conrad 2000): Eine durch die Entdeckung der Elektrizität ausgelöste technische Revolution (Radio, Telefon, Auto, Flugzeug usw.) und die Einführung der Massenproduktion lösten seinerzeit eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung aus („goldene zwanziger Jahre“); Produktivitätssteigerungen, Preisstabilität und niedrige Arbeitslosenquoten waren die Folge und die Unternehmensgewinne stiegen deutlich. Überkommene volkswirtschaftliche Zusammenhänge schienen nicht mehr zu gelten, Ökonomen sprachen von einer „neuen Ära“. Der technische Fortschritt inspirierte Unternehmer und Verbraucher sowie Anleger und löste damit einen Boom der Aktienmärkte aus. Ende der zwanziger Jahre war die Mehrzahl der Marktteilnehmer davon überzeugt, dass die Börsenhausse sich – nach einem Anstieg des Dow-Jones-Indexes um 500 vH in weniger als einem Jahrzehnt – weiter fortsetzen würde. Schließlich platze die Spekulationsblase, der Dow-Jones-Index verlor binnen weniger Jahre 80 vH seines Kurswerts und es begann die Weltwirtschaftskrise. Der Dow Jones sollte den alten Höchststand erst ein viertel Jahrhundert später wieder erreichen. Wirtschaftliche Depression, Arbeitslosigkeit und ein Weltkrieg beherrschten fortan die Szenerie.

Die Bewertung vieler Internetunternehmen Ende der neunziger Jahre ließ sich nicht mehr mit Hilfe klassischer Bewertungsmethoden rechtfertigen, wie etwa angemessenen Kurs-Gewinn-, Kurs-Umsatz-, Kurs-Buchwert- oder Kurs-Cash-Flow-Verhältnissen, deren Höhe die realistischerweise zu erwartenden Gewinn- und Umsatzentwicklungen reflektieren würden. Stattdessen wurden neue Bewertungskriterien herangezogen, um die teilweise astronomisch hohen Marktkapitalisierungen zu begründen (z.B. Wachstum der Nutzerzahlen oder der Seitenaufrufe). Teilweise bewertete die Börse Unternehmen mit mehr als dem hundertfachen des Umsatzes, der erst Jahre später erwartet wurde. Da die Kurse trotzdem weiter stiegen, entfernten sich die Börsenbewertungen immer weiter von dem, was selbst unter Zugrundelegung optimistischer Annahmen bezüglich des weiteren Wachstums sowie niedriger Diskontierungs­faktoren zur Gegenwartsbewertung künftiger Umsätze und Gewinne noch zu rechtfertigen war. Die 400 größten Internetunternehmen der USA, die im Jahr 1999 einen Umsatz von knapp 30 Mrd. US-$ und einen Verlust von über 3 Mrd. US-$ erzielten, wurden Ende 1999 mit über 1.000 Mrd. US-$ bewertet (Komp 2000: 47).

Objektiv betrachtet handelte es sich um dramatische Überbewertungen, da in den Kursen letztendlich ein deutliches Übertreffen der ohnehin sehr optimistischen Wachstumserwartungen bereits eingepreist war. Der Einbruch der Technologiebörsen setzte indes bereits ein, lange bevor die ersten Anzeichen für einen bevorstehenden Wirtschaftsabschwung erkennbar wurden und die Konjunkturexperten ihre Prognosen nach unten zu korrigieren begannen, was als Indiz für die Antizipationsfähigkeit der Börse interpretiert werden kann. Der Börsenabschwung hat allerdings die Investitionen in die Internetinfrastruktur keineswegs zum Erliegen gebracht, bestenfalls ist das Wachstum zuletzt etwas geringer ausgefallen, als dies in verschiedenen sehr optimistischen Prognosen unterstellt wurde. Die Zahl der Internethosts stieg beispielsweise seit Anfang des Jahres 2000 innerhalb von anderthalb Jahren weltweit um über 70 vH (NFO Infratest 2001). Ungeachtet der Turbulenzen an den Technologiebörsen wird das Internet somit auch weiterhin zügig ausgebaut.

Sollte sich die Weltwirtschaft nachhaltig eintrüben, könnten die Technologiebörsen infolge des wechselseitigen Ursache-Wirkungszusammenhangs noch weiter einbrechen und sich in dessen Folge die Wachstumsperspektiven der Interwirtschaft nochmals abschwächen. Falls nach der Spekulationsblase an den Technologiebörsen auch die Immobilienblase – die sich in den USA offenbar aufgebaut hat – platzt, besteht angesichts der zur Zeit ohnehin recht fragilen weltwirtschaftlichen Situation und der immensen Verschuldung der USA die Gefahr eines erneuten Einbruchs der US- und damit auch der Weltwirtschaft, was insbesondere dann virulent werden kann, wenn die hohen US-Leistungsbilanzdefizite nicht mehr durch entsprechende Kapitalimporte gedeckt würden. Die weltwirtschaftliche Entwicklung wird nämlich in erheblichem Maße von den USA beeinflusst. Die USA sind von erheblicher Bedeutung für die Weltwirtschaft, da sie rund drei Zehntel der weltweiten Produktion auf sich vereinigen und aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtungen deshalb auf andere Regionen ausstrahlen. Im Blickpunkt steht dabei vor allem das Konsumentenverhalten, das u.a. von der Börsenentwicklung beeinflusst wird. Es gibt demnach enge wechselseitige Wirkungszusammenhänge zwischen der technologischen und realwirtschaftlichen sowie der Finanzmarktentwicklung, die mit selbstverstärkenden bzw. -abschwächenden Effekten verbunden sind.

Die US-Notenbank hat durch drastische Zinssenkungen einstweilen offenbar einen Einbruch des Verbrauchervertrauens verhindern können. Sie konnte bisher aber weder die wirtschaftliche Dynamik wieder nachhaltig in Gang bringen noch eine Wiederbelebung der Technologiebörsen bewirken. Sollte es in den USA zu einer vielfach befürchteten nachhaltigen Konsumzurückhaltung kommen – etwa infolge schwindenden Verbrauchervertrauens aufgrund des Eintretens zusätzlicher externer Schocks –, womit wiederum ein Rückgang der Investitionen, der Produktion und der Realeinkommen verbunden wäre, was die Börsenstimmung und letztlich die Konsumneigung noch weiter sinken lassen würde, dürften weiterreichende weltwirtschaftliche Probleme vermutlich nicht mehr einzudämmen sein. Dies gilt umso mehr, da die Rezession in Japan unvermindert anhält und von Europa aufgrund der engen Verflechtung mit den USA keine Impulse zu erwarten sind. Allerdings wäre eine solche Situation nur bedingt mit der zu Beginn der dreißiger Jahre vergleichbar, da das heutige System flexibler Wechselkurse die weltweite Ausbreitung rezessiver bzw. depressiver Tendenzen erschwert.

Die Geldpolitik hätte im Falle des Eintretens neuerlicher rezessiver Tendenzen nur noch einen relativ begrenzten Spielraum, durch weitere Zinssenkungen für Impulse zu sorgen, da sich die US-Leitzinsen derzeit auf einem historisch niedrigen Niveau befinden. Es bliebe der Notenbank im Prinzip dann nur noch die Möglichkeit, durch eine Geldmengenveränderung auf die wirtschaftliche Entwicklung einzuwirken. Als problematisch könnte sich insbesondere die hohe Verschuldung in den USA erweisen, die bereits Ende 1999, also kurz vor dem Platzen der Spekulationsblase an den Börsen und dem Beginn der wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung, immens hoch war (vgl. Komp 2000: 49):

– 6 Bio. US-$ bei den privaten Haushalten,

– 6 Bio. US-$ bei den öffentlichen Haushalten,

– 13 Bio. US-$ im Unternehmenssektor,

– 60 Bio. US-$ im Bankensektor.

Alleine die Verschuldung der privaten und öffentlichen Haushalte sowie der Unternehmen betrug mit 25 Bio. US-$ annähernd das Dreifache des US-BIP und hat sich damit seit Anfang des Jahres 1990 mehr als verdoppelt. Die 60 Bio. US-$ kurzfristiger Verbindlichkeiten der amerikanischen Banken haben ihren Ursprung vor allem in außerbilanziellen, spekulativen Transaktionen (sog. Finanzderivaten). Die Gesamtverschuldung der USA lag somit Ende des vergangenen Jahrzehnts bei rund 85 Mio. US-$ – etwa dem Neunfachen des US-BIP –, 260 vH über dem Niveau von Anfang 1990.

Auch die ursprünglich anvisierten US-Haushaltsüberschüsse, relativieren sich bei näherem Hinsehen. Abgesehen davon, dass aufgrund von konjunkturell bedingten Steuerausfällen sowie durch Mehrausgaben – beispielsweise für Verteidigung – die erhofften Überschüsse ohnehin Makulatur sind, hätte es diese auch ansonsten nur dann gegeben, wenn der Sonderhaushalt der Sozialversicherung mit einbezogen worden wäre. Dieser Sonderhaushalt soll Rücklagen schaffen, um die Alterssicherung der Babyboomer-Generation sicherzustellen. Es wird hierdurch also für die Gewährleistung bereits feststehender späterer Zahlungsverpflichtungen vorgesorgt. Insofern würde durch eine entsprechende Umbuchung lediglich ein rechnerischer Überschuss entstehen, der künftig zwangsläufig zu höheren Defiziten führen müsste. Eine derart unseriöse kreative Buchführung der öffentlichen Haushalte ist mit den Bilanzierungsmanipulationen zahlreicher Unternehmen vergleichbar, die sich in der Boomphase zwar kaschieren ließen, im Zuge der aktuellen wirtschaftlichen Krise aber zunehmend aufgedeckt werden.

Ein weiterer Aspekt der zu bedenken ist, um die ausgewiesenen US-Haushaltszahlen richtig beurteilen zu können, sind die Ausgaben für physische Infrastrukturinvestitionen. Die Beschleunigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den neunziger Jahren, die u.a. mit der raschen Ausbreitung der new economy zu erklären versucht wird, hing möglicherweise zum Teil auch damit zusammen, dass Ausgaben für weniger produktive Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Verkehr, Energie und Städtebau verringert wurden. Hierdurch kann kurzfristig die Durchschnittsproduktivität gesteigert werden, dies führt früher oder später jedoch zu dann vermutlich höheren Produktivitätsverlusten als hierdurch zuvor an Produktivitätsgewinnen erzielt wurde. Letztendlich erscheint eine solche Strategie auf etwas längere Sicht gesehen wenig sinnvoll, da der Wiederaufbau einer zunehmend maroder werdenden Infrastruktur sowohl langwierig als auch kostenintensiv ist. Der Infrastruktur-Reinvestitionsbedarf in den USA wird bereits jetzt auf etwa 7 Bio. US-$ geschätzt.

Die hohe Verschuldung in den USA, macht es fraglich, ob eine wieder dynamische gesamtwirtschaftliche Entwicklung in absehbarer Zeit überhaupt zu erwarten ist. Hinzu kommen die sich zunehmend ausweitenden US-Leistungsbilanzdefizite, die daraus resultieren, dass die USA mehr Güter und Dienstleistungen verbrauchen als sie produzieren. Diese Defizite wurden bisher durch zuströmendes ausländisches Kapital finanziert, da die USA aufgrund günstiger Terms of Trade und des instabilen globalen Finanzsystems als „sicherer Hafen“ für Kapitalanleger galten. Die Marktzins- und Wechselkursentwicklung sorgt hier zwar letztlich für ein Marktgleichgewicht, es würde die USA aber zusätzlich in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen, wenn die Attraktivität des US-Kapitalmarkts signifikant nachließe. Die Nullzinspolitik Japans hat bisher zwar dafür gesorgt, dass japanische Investoren in erheblichem Maße in US-Staatsanleihen investierten. Die Attraktivität dieser Anlagen sinkt gleichwohl in dem Maße, wie die Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan sich vermindert. Es ist derzeit zwar noch nicht absehbar, dass Investoren in großem Stil abwandern, dies bedeutet aber auch, dass der verbleibende Spielraum für Marktzinssenkungen nur noch sehr begrenzt ist. Steigende Zinsen in Japan und ein Zusammenbruch der Immobilienblase könnten in der augenblicklich sehr fragilen Phase einen Einbruch der US-Konjunktur zur Folge haben.

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5. Oktober 2008 7 05 /10 /Oktober /2008 17:17


Analyse des Gold- und Silbermarkts

Silber vor goldener Zukunft

von Jochen Dehio, März 2009

Anfang des Jahrtausends sind die Rohstoff- und Edelmetallpreise in einen Aufwärtstrend eingemündet. Wir dürften uns aber erst am Beginn eines noch viele Jahre andauernden aufwärtsgerichteten Zyklus befinden. In den kommenden Jahren müssen erst einmal die erforderlichen Produktionskapazitäten aufgebaut werden, um die Nachfrage der aufstrebenden Schwellenländer bedienen zu können. Vieles spricht deshalb dafür, dass die eigentliche Hausse bei den Rohstoffen und vor allem den Edelmetallen erst noch bevorsteht. Sicherlich werden in Erwartung steigender Preise noch weitere unterirdische Gold- und Silbervorkommen erschlossen. Eine Förderung wird aber trotz des technischen Fortschritts nur zu höheren Kosten möglich sein. Zudem werden die abbaubaren geologischen Ressourcen in absehbarer Zeit zur Neige gehen.

Bei Silber wird die steigende Nachfrage nicht nur durch den enormen zusätzlichen industriellen Bedarf der Schwellenländer in Asien (insbesondere China und Indien), Lateinamerika und Osteuropa gespeist, sondern auch durch immer neue industrielle Anwendungsgebiete. Hinzu kommt die stark zunehmende Investitionsnachfrage. Die Edelmetallpreise werden darüber hinaus getrieben durch die immer ersichtlicher werdende Fragilität des Weltfinanzsystems. Die speziell von den USA betriebene Inflationierung wird früher oder später eine „Flucht des Kapitals“ u.a. in Edelmetalle bewirken, eine Entwicklung, die bereits im Gange ist. Gold und Silber werden dann als werthaltiges und inflationssicheres Wertaufbewahrungsmittel und Anlagegut auch von der breiten Masse (wieder)entdeckt werden.

Den Ergebnissen der Studie zufolge ist bis Mitte des kommenden Jahrzehnts, dem vermutlichen Höhepunkt des derzeit laufenden, aufwärtsgerichteten Edelmetall- und Rohstoffzyklus, vor dem Hintergrund der zu erwartenden Angebots- und Nachfrage-entwicklungen bei Edelmetallen und Rohstoffen sowie den Entwicklungen auf den Aktien- und Finanzmärkten mit einem Goldpreis von rund 5.000 US-$ je Feinunze Gold zu rechnen (im März 2009 lag der Goldpreis bei etwa 900 US-$). Unter Zugrundelegung einer als fair anzusehenden Gold-Silber-Ratio von 5 – die sich aus den Angebots- und Nachfragerelationen sowie den über- und unterirdischen Beständen bei Gold und Silber und zudem aus dem Umstand ableitet, dass Silber neben dem Charakter eines Wertaufbewahrungsmittels im Gegensatz zu Gold auch den eines für die Industrie unverzichtbaren Rohstoffes besitzt – ergibt sich daraus ein Silberpreis in Höhe von rund 1.000 US-$ je Feinunze Silber (im März 2009 lag der Silberpreis bei etwa 13 US-$).


Kurzfassung der Studie auf der Internetseite von Silberinfo (Rubrik "Top Thema"):
http://www.silberinfo.com/home/nachrichten/top-thema/detail-4/article/silber-vor-goldener-zukunft.html

Langfassung der Studie zum Download: 
Silber vor goldener Zukunft

Pressemitteilungen zur Studie (18. März 2009):
http://www.prcenter.de/Studie-Silber-vor-goldener-Zukunft.46304.html


Aktuelle Silber- und Goldpreise sowie Charts:
http://www.comdirect.de/inf/indizes/detail/uebersicht.html?ID_NOTATION=1288094 (Silber)
http://www.comdirect.de/inf/indizes/detail/uebersicht.html?ID_NOTATION=1326189
 (Gold)

Ausgewählte Internetseiten zu Edelmetallen:
http://silberinfo.com
http://silber.de
http://silverinstitute.org
http://silver-investor.com
http://silberknappheit.de
http://silberconnection.blogspot.com
http://silber-investor.de
http://goldseiten.de

Internetforen zum Thema Edelmetalle:
http://silberinfo-forum.de
http://www.goldseiten-forum.de
http://www.wallstreet-online.de/dyn/community/forum.html?forum_id=22

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